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Bebauungs- und Vermietungsabsicht bei unbebauten Grundstücken
(BFH vom 1. Dezember 2015, IXR 9/15)


Auf die Bebauungs- und Vermietungsabsicht kann nur anhand von äußeren Umständen geschlossen werden.

Bei einem unbebauten Grundstück kann nicht generell angenommen werden, dass das Grundstück später zur Erzielung von Vermietungseinkünften genutzt werden soll. Der Wille zur Einkunftserzielung muss nach den äußeren Umständen erkennbar sein und ein konkretes Stadium angenommen haben.

Aufwendungen für ein unbebautes Grundstück sind als vorab entstandene Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung abziehbar wenn ein ausreichend bestimmter wirtschaftlicher Zusammenhang mit einer (beabsichtigten) Bebauung des Grundstücks und anschließender Vermietung und Verpachtung des Gebäudes besteht.

Indizien für den wirtschaftlichen Zusammenhang sind:
    •    Baubaubarkeit des Grundstücks (BFH vom 19. Dezember 2007 IXR 30/07)
    •    Beauftragung eines Architekten (BFH vom 8. Februar 1983 VIII R 130/79)
    •    Stellung einer Bauvoranfrage (BFH vom 8. Februar 1983 VIII R 130/79)

Indizien gegen den wirtschaftlichen Zusammenhang sind:
    •    Veräußerungsabsicht
    •    Eigennutzung (Lassen die aktuellen Wohnverhältnisse eine Eigennutzung des unbebauten Grundstücks ernsthaft in Betracht kommen?)



Gewinn aus Veräußerung einer ausländischen Immobilie in Deutschland einkommensteuerpflichtig
(BFH-Beschluss vom 6. November 2015 IX B 54/15)


Der in Deutschland lebende Peter hat in der Schweiz ein Grundstück für 600.000,00 CHF (= 496.159,92 Euro) am 12. Oktober 2012 erworben.

Dieses Grundstück verkauft Peter am 8. März 2016 für 700.000,00 CHF (= 638.705,45 Euro).

Für die Besteuerung ist entscheidend, dass Peter im Zeitpunkt der Veräußerung der im Ausland gelegenen Immobilie in Deutschland unbeschränkt einkommensteuerpflichtig ist (§ 1 Abs. 1 und § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG). Nachdem zwischen An- und Verkauf nicht mindestens zehn Jahre verstrichen sind, ist § 22 Nr. 3 i.V.m. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG erfüllt (privates Veräußerungsgeschäft).

Der Veräußerungsgewinn muss im Zeitpunkt des Zuflusses versteuert werden (§ 11 Abs. 1 EStG). Wird das Geschäft wie hier in einer fremden Währung abgewickelt, ist auf den amtlichen Umrechnungskurs zum jeweiligen Zeitpunkt (Anschaffung und Veräußerung) abzustellen, BFH vom 21. April 2014 IXR 11/13. Aufgrund des Zuwachses an finanzieller Leistungsfähigkeit, sind Währungskursveränderungen im Zeitpunkt der späteren Veräußerung zu berücksichtigen. Peter muss den Gewinn von 142.545,53 Euro versteuern.

Wie wäre der Fall zu entscheiden, wenn Peter das Grundstück für 600.000,00 CHF (= 547.461,82 Euro) am 8. März 2016 verkauft hätte. Peter müsste den Gewinn in Höhe von 51.301,90 Euro der bei dem Verkauf entsteht versteuern.

Steuerlich wäre es in dem Fall, in dem aus dem Grundstück keine Wertsteigerung entsteht für Peter besser gewesen, wenn er am 12. Oktober 2012 600.000,00 CHF gekauft und diese am 8. März 2016 wieder verkauft hätte. Dann hatte er lediglich einen Währungsgewinn erzielt, der steuerfrei gewesen wäre (BFH vom 21. Januar 2014 IX R 11/13).